Katarrh
Feiern in geheizter Stubenluft, viel essen, reichlich
trinken, manches Osterei genießen und beim Nachmittagsspaziergang einen
Schnupfen holen – „das ist ein Katarrh“.
Die Schleimhäute sind gereizt, der Schleim läuft den Rachen hinunter,
und bestimmt gesellt sich bald Halsverschleimung oder Husten hinzu.
Meistens sind Viren beteiligt: die Ansteckung hat Tage vorher
stattgefunden, die Erkrankung tritt aber erst mit der Gesundheitsüberforderung
in Erscheinung. Die Infektion kann
man nicht verhindern, die Krankheit aber vermeiden.
Nötig ist eine geschulte Abwehr, welche Sie das Jahr über vorher
erworben haben durch mäßiges Essen, körperliche Betätigung und sinnerfüllte
Geistesertüchtigung, weiterhin durch Gemütszufriedenheit (durch Fleiß und
Mildtätigkeit) sowie durch ausreichend gesunden Schlaf und regelmäßige
Abhärtung.
Sonnenhut (=Echinacea) -haltige Arznei funktioniert statt dessen auch
ganz gut, ist aber eben nur ein Notbehelf.
Wen es trotzdem erwischt hat, der hält es am besten mit Pfarrer Künzle:
Frauenmantel, Wegerich, Primel und Pfefferminze - zu gleichen Teilen gemischt -
als Teeaufguß, davon stündlich 1/2 Tasse getrunken, hat den Katarrh immer
schnell weggebracht.
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